16. Mai 2020, 18 Uhr, Filderhalle Leinfelden - Eintritt 12,-€

Henry Purcell - Dido und Aeneas 


25. Oktober 2020

Rossini - Petite Messe Solennelle


Dido und Aeneas 




 


Der Kammerchor singt eine Oper 

Und gleich dazu eine der ältesten. Zwar hat man schon bei den alten Griechen im Theater gesprochen und gesungen, aber das war längst verloren gegangen. Wiedergeboren wurde die Oper in Italien; Monteverdi war einer der ersten Komponisten und das erste öffentliche Opernhaus wurde 1637 in Venedig eröffnet. In England schrieb Henry Purcell rund 50 Schauspielmusiken (Masques) und eine vollständige Oper mit dem Titel „Dido and Aeneas“ (1689). Ein Pensionat für Edelfräulein in Chelsea hatte ihm den Auftrag erteilt. Der bekannte englische Dichter Nahum Tate schrieb das Libretto. Als Vorlage diente ihm eine Episode aus der „Aeneis“ des römischen Dichters Vergil: die kurze Anwesenheit des trojanischen Helden Aeneas bei Dido, der Königin von Karthago. 

 

Die 15 Chöre aus „Dido und Aeneas“ 

In der Oper von Henry Purcell spielen die Chöre eine tragende Rolle. Im ersten Akt ist der Chor ganz auf der Seite der Königin Dido und ihrer Vertrauten Belinda. Er singt ihren Kummer weg, er preist die Verbindung mit Aeneas, er versichert Dido, dass der trojanische Held sanft und liebevoll ist und wünscht ihr Cupidos Blumen auf ihrem Pfad der Liebe. Ganz anders im zweiten Akt, wenn die Zauberin und ihre Hexen planen, Königin Dido zu vernichten. Da wird auch der Chor zu Hexen, denen das Böse Entzücken bereitet, das sie  mit hämischem Lachen begleiten. Wieder ein Wandel: der Chor besingt das Vergnügen der Jagd und warnt die Jagdgesellschaft vor Unwetter. Im dritten Akt drängt der Chor Aeneas Schiffe zur Abfahrt. Die zurück bleibenden Mädchen werden mit dem falschen Versprechen einer Rückkehr getröstet. Zum Schluss singt der Chor eine ergreifende Totenklage für Dido. 

 

Wer war Henry Purcell? 

Sein Vater Thomas Purcell war Sänger und Komponist; Sohn Henry wird 1659 in Westminster geboren. Mit acht Jahren komponiert er ein kompliziertes dreistimmiges Lied. Das bringt ihn in den berühmtesten englischen Knabenchor, die Chapel Royal. Nur zwölf Goldkehlchen sind es, die dem König vorsingen dürfen. Er arbeitet sich hoch: Orgelstimmer und Notenkopist in Westminster Abbey, königlicher Instrumentenverwalter; mit 24 Jahren Organist der Königlichen Kapelle. Er komponiert ununterbrochen in allen Sparten und gilt bald als „Orpheus Britannicus“. Er komponiert zur Krönung König Jakobs II. Das meiste Aufsehen erreicht er mit seinen Schauspielmusiken, mit seiner Oper „Dido und Aeneas“, und den Semi-Opern wie „König Arthur“ nach John Dryden, „The Fairy Queen“ oder „Der Sturm“ nach Shakespeare. Als er mit nur 36 Jahren stirbt, vermutlich an Tuberkulose, spielt man die Trauermusik, die er zum Tod von Königin Maria II. komponiert hat. Stanley Kubrick nutzte sie für seinen Film „Clockwork Orange“ (1971). 

 


Auszug aus dem Konzertarchiv 

•    Requiem von John Rutter (2019)

•    Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach (2018)

•    Singing Shakespeare (2016)

•    Missa in Jazz von Peter Schindler (2015)

•    Johannespassion von Johann Sebastian Bach (2015)

•    Die Schöpfung von Joseph Haydn (2013)

•    Ein deutsches Requiem von Brahms (2011)
•    Stabat Mater von Antonin Dvorak (2009)
•    Messa di Gloria von Giacomo Puccini (2009)

•    Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy (2008)
•    H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach (2007)
•    Carmina Burana von Carl Orff (2005)
•    Cantico del Sol von Tilman Heiland (2005 und Uraufführung 1998)
•    Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach (2004 und 2003)
•    Te Deum von Marc Antoine Charpentier (2001)
•    Magnificat von Johann Sebastian Bach (2001)
•    Johannespassion von Johann Sebastian Bach (1999)